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Entstehung von Gartenarbeitsschulen

Dieser Text enstand hauptsächlich mit Abschnitten und Zitaten aus der Broschüre "75 Jahre Gartenarbeitsschulen in Neukölln" von Dieter Henning, vielen Dank dafür.

 

Die Idee einer Gartenarbeitsschule

In der Reformpädagogik der zwanziger Jahre des 19. Jahrhunderts nimmt die erste Gartenarbeitsschule in Neukölln eine herausragende Stellung ein. Sie ist dabei verschiedenen Wurzeln entsprungen:

  • Konsequenz der Erneuerung der deutschen Pädagogik durch Pestalozzi - Lernen mit "Kopf, Herz und Hand"
  • Forderung nach einer sozialen Pädagogik - Erziehung in und zur Gemeinschaft, die Gartenarbeitsschulen sind Schulen der gemeinsamen Arbeit und des gemeinsamen Lebens sein
  • Gartenarbeitsschulen sind weiterhin von einem einheitlichen Geist geprägt und vom Kindergarten bis zur Hochschule alle bereichern
  • Schaffung eines Vertrauensverhältnisses zwischen Lehrer und Schüler durch Zusammenarbeiten und Zusammensein - eine reine Buchschule wird zur Arbeits- und Lebensschule

 

August Heyn - Reformpädagoge und Namensgeber

Die eigenen Erfahrungen des 1. Weltkrieges und seiner Folgen sowie pädagogische Überlegungen brachten August Heyn (1879 - 1959) auf die Idee der "Gartenarbeitsschule". Er wollte Mädchen und Jungen an den Nachmittagen bei freiwilliger Gartenarbeit beschäftigen, um sie den Großstadtstraßen zu entziehen. Hinzu kamen die Situation in den Riesenschulen und die katastrophale Ernährungslage. 1915 setzte er, durch Erfahrungen und Erlebnisse in seiner Jugend ermuntert, die Einrichtung sogenannter Schulkolonien in Neukölln durch. Dazu bearbeitete er die ihm zugewiesenen 10 Morgen Land mit Freiwilligen aus kinderreichen, armen Familien und verwandelte dieses Land in eine grüne und blühende Landschaft, die Gemüse und Obst lieferte. Die notwendigen Kenntnisse vermittelte er seinen Helfern und jedes Kind bekam ein zugewiesenes Landstück (80-100m²), welches es selbst bearbeitete. 1918 wurde Heyn noch in den Kriegsdienst eingezogen und so litten die Kolonien mangels eines Leiters. Nach seiner Rückkehr setze er sich jedoch für eine Wiederbelebung der Schulkolonien ein. In der Politik wurde indessen auch der Ruf nach Gartenarbeitsschulen laut, die zur Hebung des schlechten Gesundheitszustandes der Menschen sowie zur Verbesserung der Volksschulverhältnisse führen sollten. Am 22. Dezember 1919 wurde diese neue Schulart beschlossen und Heyn mit der Organisation und Leitung betraut. 1921 folgten weitere Bezirke dem Beispiel in Neukölln und eröffneten Gartenarbeitsschulen. 1924 gab es sieben Gartenarbeitsschule in Neukölln, heute nur noch eine.

 

 

 

 

 

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